Vom Kino zur Eventlocation
"Der Spiegel" wurde 1953 gebaut. Der Glaserker in der Mitte und der ausladend überdachte Eingangsbereich mit den schräg gestellten Stützen, die das Vordach tragen, sind in ihrer schlichten Schönheit kraftvolle Elemente der Architektur der Wirtschaftswunderzeit. Die Architekten Völker und Grosse bauten nur zwei Jahre zuvor auch das Schillertheater. Ältere Lichterfelder erinnern sich daran, hier alle Filme der Maria Schell gesehen zu haben. Fachleute halten das Gebäude für eines der besten Beispiele für die Kinoarchitektur der fünziger Jahre.
Mitte der siebziger Jahre wurde das Kino geschlossen und das Gebäude entging nur knapp dem beim Bauamt schon beantragten Abriss. Stattdessen wurden der wunderschöne Leinwandbogen und die alte Zuschauertribüne hinter Decken und Wänden versteckt, um das Gebäude die weiteren 25 Jahre als Lebensmitteldiscounter zu nutzen.
Umbau
Anfang 2004 widmen sich im Auftrag von Frank Lüske die Berliner Architekten Klyer und Köblitz dem herunter gekommenen Gebäude. Nach dem Vorabriss aller Wände und Decken aus den Siebzigern erschließt sich das enorme Potential des gesamten Bauwerks. Mit großer Sensibilität für die reduzierte Ästhetik der 50er-Jahre wurde mit Biolüske von Kleyer und Koblitz ein Biosupermarkt von einzigartiger Ausstrahlung entworfen.

Heute
Auf der gesamten Erdgeschossfläche wurde auf 500qm ein Biosupermarkt geplant. Auf der alten Zuschauertribüne entstand eine vielfache nutzbare Eventlocation. Mit den Partnern Gaggenau und Poggenpohl wurde hier das bundesweit erste Kochstudio in einen Biosupermarkt geplant. Aus einem alten Kino ist erneut ein Gebäude von einzigartiger Ausstrahlung geworden. Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten lassen einiges erwarten.
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